Bulgarien ist mehr als nur Komasaufen am Goldstrand

Eine meiner Stationen in diesem Sommer ist das Balkanland Bulgarien. Wie jeder andere auch hatte ich meine Vorurteile und in vielen anderen Ländern werden diese auch immer zu einem gewissen Grad hin bestätigt. In den USA gibt es alle 200 Meter ein Fastfood Restaurant, in Thailand gibt es am Strand Drogen und Lady-Boys soweit das Auge reicht und in Georgien gibt es Berge, egal wo man gerade ist oder hinguckt. Meine Vorurteile gegen Bulgarien waren, dass man den einen oder anderen Gypsy findet, dass man Konstant auf sein Porte­mon­naie aufpassen muss, das Touristen in einer Tour abgezockt werden, dass die einzige Geschichte über die man lernen kann, die Russisch ist und das es keine schöne Natur und Naturschauspiele in diesem Land gibt.

Vorurteile gegen Bulgarien

Nach 11 Tagen und 8 verschiedenen Städten und Orten die Ich erkundet habe, muss ich glücklicherweise zugeben das ich mich komplett, von vorne bis hinten geirrt habe.

Gypsy’s? Fehlanzeige. Die Menschen, auf die ich in Bulgarien getroffen bin, waren durchweg freundlich. Ob in Sofia, in den Bergen oder in Plowdiw, der zweitgrößten Stadt Bulgariens, Gastfreundschaft und nette Gesten waren überall zu finden. Beim Reisen ist Vorbereitung nicht gerade mein Spezialgebiet. Ich fliege lieber irgendwo hin und finde dann schon irgendwie raus wie ich zu meinem Hostel/Couchsurfer oder was auch immer komme. So war es auch in Bulgarien.

Ich habe mir von einem Couchsurfer eine Adresse geben lassen und bin gleich in den ersten Bus gestiegen, um nachzufragen, wie man den bitte vom Flughafen in die Stadt kommt. Mit gebrochenem Englisch hat er mich gebeten mich einfach hinzusetzen und da ich noch kein Geld gewechselt hatte, ließ er mich einfach kostenlos mitfahren und hat mir Bescheid gegeben, als ich an einer Bahn Station war, von welcher ich in der Nähe meines Couchsurfers kommen werde. Dort angekommen hat eine Frau im Bus bemerkt, dass ich nicht wirklich einen Plan habe also hat sie mich zur richtigen Bahn geleitet und mir bei meiner richtigen Bahnstation Bescheid gegeben auszusteigen. Bulgaren haben übrigens kein römisches Alphabet, sondern eigene Buchstaben, die für Ausländer schwer einzuprägen sind. Solche Leute, die verwirrten Reisenden bestmöglich weiterhelfen habe ich in ganz Bulgarien getroffen noch nie hatte ich solche kurzen Wartezeiten beim Trampen, und oft habe ich hilfreiche Auskünfte über Sehenswürdigkeiten, essen und Transport bekommen, ohne danach zu fragen. Zusätzlich habe ich bei mehreren aufopfernden, sehr gastfreundlichen Couchsurfern geschlafen und viele nette Bulgaren in den Bars und in den Clubs getroffen.

Taschendiebstahl ist ein weitverbreitetes Problem in allen Großstädten dieser Welt doch in Bulgarien, einem armen Land, fühlte ich mich zu Beginn besonders unsicher. Die 11 Tage haben aber eher das Gegenteil bewiesen. Wir wurden erstaunlich oft von den Einheimischen zum Essen oder Trinken eingeladen und die Einheimische haben darauf bestanden, für mein Bus- oder Bahnticket zu zahlen da ich Gast in deren Land bin.

Geschichtlich und kulturell gesehen ist Bulgarien auch ein Schatz. Etliche, bis zu 2000 Jahre alte Ruinen aus der römischen und griechischen Zeit sind überall im Land zu finden, es gab Ausgrabungsstätten, alte Kloster, Kirchen und Parks, 2000 Jahre alte Pferderennbahnen, alte Thermen und Gräber die noch auf die Zeit von vor den Römern zurückgehen und vieles mehr.

20170710_170429.jpgIch habe duzende UNESCO Kulturstätten gesehen und Plovdiv besucht, die Stadt die im Jahr 2019 Europas Kulturhauptstadt wird (jetzt gerade ist es Aarhus).

Die Sieben Rila-Seen

Neben der Kultur gab es auch unzählige Naturschauspiele zu besuchen wie z.B. eine riesige Höhle im Norden Sofias welche 2 große Löcher in der Decke hat und einen atemberaubenden Ausblick bietet. In der Höhle kann man klettern, bouldern (zwar an einer Felswand, Spaß hat es aber trotzdem gemacht) oder einfach nur die majestätische große bewundern. In den Bergen von Rila gibt es viele einfach zu besteigende Gipfel mit einem grandiosen Ausblick auf die 7 Seen von Rila.

20170709_140221.jpg

Im Norden von Plovdiv gibt es ein Kloster welches auf einen Felsvorsprung gebaut wurde welches einen besonderen Ausblick auf das darunterliegende Tal und das Kloster selber bereitstellt20170710_180402.jpg und die Strände am Schwarzen Meer sind traumhaft.

Alles in allem ist Bulgarien ein sehr vielseitiges Land mit sehr vielen schönen Ecken, Naturschauspielen und sehr gastfreundlichen Menschen. Selbst wenn man ehr aufs Feiern aus ist gibt es viele traditionelle und moderne Bars und Clubs in all den Großstädten und natürlich den Sunny Beach wo sich die Studenten Europas treffen und jeden Tag des Sommers eine riesige Party haben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s