Aus dem Leben · Generelles · Reise

Couchsurfing – Ein erstes Fazit nach 2 Jahren

Erstellt habe ich mir meinen Couchsurfing-Account im Rahmen einer längeren Fahrrad-Reise durch Asien bei der Ich und meine Mitreisende mit möglichst kleinem Budget möglichst weit kommen wollten. Wir haben versucht, alle Tipps und Tricks anzuwenden um uns von Bus und Vollpensionstouristen abzuschotten und möglichst individuell und nah zu den bereisten Ländern und den Einheimischen unterwegs zu sein. Einer der gravierendsten Punkte hier war das übernachten in den Wohnungen und Häusern der Einheimischen um deren Lebensart hautnah mitzuerleben. Dank Couchsurfing gibt es auch eine komfortable Möglichkeit diesem Wunsch nachzugehen und ganz generell kann ich sagen, dass es sich total lohnt, sich bei Couchsurfing anzumelden.

Positive Erfahrung

Die positiven Erfahrungen, die ich auf Couchsurfing gemacht habe überwiegen ca. 20:1 gegenüber den negativen Erfahrungen. In Singapur, im Süden Malaysias, auf Penang und Langkawi, in Bangkok, in Chiang Mai, im Norden Thailands, in Ho Chi Minh Stadt und in Hanoi wurden wir von unseren Gastgebern sehr herzlich aufgenommen und viele haben uns noch viel mehr als nur eine Couch für die Nacht gegeben. Auf Langkawi, im Norden Malaysias wurde uns von unserem Gastgeber eine komplette Nacht zum Feiern ausgegeben und tagsüber wurde uns ein kleines Motorrad ausgeliehen mit dem wir die Insel erkundigt haben. Auf Penang haben wir an einem von Couchsurfern organisiertem Camp am Strand teilgenommen bei dem wir alle zusammen ein Lagerfeuer an einem abgelegenen Strand gemacht haben und sehr gutes mitgebrachtes Essen von jedem ausprobieren durften. In Ho Chi Minh City hat mich meine Couchsurferin ins Krankenhaus gebracht und so lange bei sich behalten bis ich meine Lebensmittelvergiftung auskuriert habe und in Hanoi haben wir von einer Gruppe Studenten ein Zimmer bereitgestellt bekommen während die drei „Besitzer“ des Apartments im Wohnzimmer auf dem Fußboden geschlafen haben. All dies waren Zeichen einer sehr tiefgreifenden Gastfreundschaft, die man in vielen Stellen der asiatischen Kultur feststellen kann. Abgesehen von den Erfahrungen dieser Asien Reise habe ich auch noch weiter beeindruckende Erfahrungen mit Gastgebern und auch selber als Gastgebender gemacht. Meine erste Gastgebererfahrung war mit einem Jungen Kanadier der an den Wochenenden seines Praktikums in Frankreich in die anderen europäischen Großstädte reiste, um das meiste aus seinem Aufenthalt hier in Europa herauszuholen. Er hatte viele interessanten Geschichten zu erzählen und das Wetter hat uns an dem Tag sehr in die Karten gespielt. Auch meine Reisenden, die ich Dänemark beherbergt hatte haben alle samt die Tage und abends an denen sie da waren besonders und interessant gemacht.

Negative Erfahrung

Dieser Paragraf wird deutlich kürzer als der vorherige ausfallen da die einzigen negativen Erfahrungen meinerseits, nach ca. 20 bis 30 couchsurfing Erfahrungen, das kurzfristige absagen eines Gastgebers ist. Dies ist einmal in Berlin und einmal in Vientiane passiert und hatte beide Male wichtige Gründe hinter stehend. In diesem Fall muss man sich halt doch das nächst beste Hostel suchen oder kommt auf einen anderen Couchsurfer zurück, wenn sich zusätzlich einer angeboten hat.

Couchsurfing als Reiselogbuch

Manchmal, wenn ich Lust habe ein Paar Reisen zu rekapitulieren, gehe ich einfach auf die Liste meiner Referenzen und die schönen Erinnerungen fangen an wieder hoch zu sprudeln. Nach einer gewissen Zeit vergrauen so manche Erinnerungen und Details von tollen und spannenden Erlebnissen und dies ist eine gute Möglichkeit ein Paar seiner persönlichen Reiseerlebnisse im Gedächtnis zu erfrischen. Zusätzlich, wird mit jedem Land in dem man gecouchsurft hat und jedes Land aus dem man einen Couchsurfer aufgenommen hat, rot hinterlegt und es ist eine schöne Herausforderung, diese Weltkarte irgendwann mal zu füllen.
Manche sagen, dass ich persönlich einfach nur glücklich mit meinen Couchsurfing-Erfahrungen war und das es deutlich mehr schwarze Schafe gibt als ich oft erzähle, meiner Meinung nach hängt es aber auch ein wenig von der eigenen Einstellung und den eigenen Prinzipien ab, die man beim Aussuchen und Aufeinandertreffen von Gastgebern und Gästen anwendet. Viele lesen die jeweiligen Profile nicht anständig durch und beschweren sich dann, das der Gastgeber von morgens um 7 bis abends um 11 außer Haus war und sie nicht an ihre Sachen gekommen sind, obwohl es klar im Profil steht, dass der Gastgeber tagsüber arbeitet. Außerdem ist es für ich wichtig, jedem erstmal eine Chance zu geben, aber auch immer einen 2. Plan im Hinterkopf zu haben. Wenn mich ein Gastgeber annimmt und mir seine Adresse mitteilt, suche ich ein nahegelegenes Hostel raus, wo ich im Notfall, bei nicht auftauchen oder bei anderweitigen Problemen mit dem Gastgeber, eine Unterkunft finden kann. Wenn man sich vorher seinen Prinzipien bewusst ist und diese auch so umsetzt wie es sich gehört, steht der perfekten Couchsurfing Erfahrung nichts mehr im Weg.

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