Innovation

Was Musik mit dir machen kann

Diese unterschiedlich stark schwingenden Schallwellen in schnell aufeinander folgenden Zyklen sind eine der ersten Künste, die sich die Menschheit angeeignet hat und seit je her nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken. Auch wenn z.B. Vögel oder andere Vertreter des Tierreiches schon weit vor der Existenz des modernen Menschen mit Gesang kommuniziert und sich gegenseitig beeindruckt haben, macht es kein Lebewesen so komplex wie der Homo Sapiens der bei Übersetzung ins Deutsche auch „Verständiger“ genannt werden kann. Genau durch diese Fähigkeit des komplexen und detaillierten Austauschs zwischen den Milliarden an Individuen, hat die Gattung Homo einen Stand in der Nahrungskette erreicht, wie sie es noch von keinem anderen Lebewesen jemals zuvor geschafft wurde. Wieso genau diese so überlegene Art von Lebewesen zur eigenen Unterhaltung zu monotoner Techno und minimal Musik zurückgreift und es mit der Zeit immer mehr an Beliebtheit dazugewinnt, können wir noch nicht beantworten. Was genau berauscht uns an tiefen Tönen in der Bass-Lage? Und was macht Musik sonst noch mit unserem Körper und neuronalen Systemen?
Eine Besonderheit der sehr tiefen Basstöne ist, dass wir sie bei hoher Db (Dezibel) trotzdem nur schwer wahrnehmen könne. Umso tiefer die Frequenz und damit auch umso tiefer der Klang ist, umso lauter kann man den Lautsprecher aufdrehen, ehe man Unannehmlichkeiten in der Ohrmuschel wahrnimmt. Gleichzeitig erzeugen die Töne im sehr tiefen Frequenzbereich, Schwingungen mit einer so geringen Geschwindigkeit, dass sie von unserem kompletten Körper wahrgenommen werden kann und nicht nur von unserem Trommelfell. Diese Vibration, die am kompletten Körper spürbar ist, hinterlässt ein sehr ehrfurchtgebietendes Gefühl, welches die Menschen schon in Zeiten von Orgeln in den Bann gezogen hat. Genau diese Vibrationen verspürt man in vielen modernen Musikrichtungen, da sehr oft, tiefe Bässe genutzt werden um Spannung und Ehrfurcht zu erzeugen und den ganzen Körper anzusprechen.

Direkter Einfluss auf die menschlichen Fähigkeiten

Neben dem Intensiven Gefühl welches bei tiefen Tönen am ganzen Körper spürbar ist, wurden in vergangenen Experimenten auch kognitive und neuronale Veränderungen durch Musik festgestellt, die sich in fast allen Fällen sehr positiv auf die Attribute eines Menschen ausgewirkt haben und unter anderem Produktivität, positive Gefühle und Erinnerungsvermögen gefördert haben. Laut einem Bericht in dem Magazin „Frontiers of Neuroscience“ im Jahr 2014 wurde angegeben, dass das Erlernen von Musik in frühen Kindheitsjahren und in der Jugend zu einem besser ausgebildetem neuroplastischem System verhilft, was einen höheren IQ als Folge hat.
Menschen die vor einem Problem stehen, sei es in der Schule, im Job oder in der Universität, haben in einem Experiment mehr Durchhaltevermögen und Hoffnung gezeigt, wenn sie beim Bearbeiten des Problems positive Musik gehört haben.
In einem weiteren Experiment aus dem Jahr 1972, welches von Fox & Embrey durchgeführt wurde, haben Wissenschaftler die Produktivität von Testpersonen unter die Lupe genommen. Die Testgruppe wurde mit monotoner und schneller Musik bespielt, während die Kontrollgruppe die Arbeit in stille vollbrachten sollte. Wie zu erwarten konnte eine Produktivitätssteigerung bei der Testgruppe festgestellt werden, da bei monotonen Aufgaben ein Rhythmus im Hintergrund dazu verhilft, die Konzentration hochzuhalten und man die Geschwindigkeit der aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte dem Rhythmus anpasst. In Folge dieses Experimentes wurde zusätzlich herausgefunden, dass eine Musik Sequenz von ca. 15 Minuten mit anschließender kurzer Beschallungspause die Produktivität optimal erhöht, da sonst die Sinne ein wenig überlastet sind.
Abschließend ist es wichtig hinzuzufügen, dass es bei keiner der vorausgesagten Verbesserungen „das Perfekte“ Lied gibt, bei dem man spontan seinen Intelligenz Quotienten um 10% in die Höhe schnellen lassen kann. Welche Musik einem selber zu besseren Leistungen beflügelt muss man selber herausfinden. Eine Sache an die man sich aber halten sollte, ist die Tatsache, dass Musik als Katalysator für Emotionen wirken kann und man so z.B. Positive Musik für das Entwickeln von positiven Attributen nutzen kann.

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