Reise · Generelles

Jerewan – Flair trifft auf geballte Geschichte

Vor rund 6000 Jahren wurde das Gebiet des heutigen Jerewan zum ersten Mal besiedelt. Am Ufer des Hrasdan haben sich damals die ersten Siedlungen gebildet, während der Rest der Menschheit noch tief in der Bronzezeit steckte. Seitdem wurde die Stadt, aufgrund ihrer strategisch wertvolle Lage im Laufe der Geschichte etliche Male eingenommen, übernommen und in Grund und Boden gekämpft. Nach vielen hundert Jahren unter muslimischer Besetzung durch die Araber, Perser oder Osmanen und anschließender russischer Besetzung und Involvierung in Krieg, ist das Land im Jahr 1990 endlich unabhängig geworden. Zur heutigen Zeit stellt Jerewan mit einer Bevölkerung von 1,2 Millionen Menschen zweifellos das wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum des Landes, während die lebhafte Geschichte mit antiken Burgen, atemberaubenden Monumenten und Statuen von vergangenen Persönlichkeiten eine einzigartige Atmosphäre in die Stadt bringen.
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Wer Jerewan besuchen möchte, sollte mindestens eine Woche einplanen, um die komplette Vielfalt dieser Stadt richtig aufnehmen zu können. Das größte und beeindruckendste Monument der Stadt, die Kaskaden, können zu jeder Tageszeit besucht und beklettert werden und bietet einen einzigartigen Blick auf die Stadt. Durch die Übergröße und die Labyrinthartige Struktur der Treppen, lässt sich immer ein ruhiges Plätzchen finden und das davorliegende Freiluftmuseum bietet abwechslungsreiche moderne Kunst. Das Freiluftmuseum ist umgeben von Restaurants aus aller Welt und hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Von hier aus kann man seine Tour zum Freedom Square fortsetzen welcher mit spielenden Kindern in blinkenden ferngesteuerten Fahrzeugen und lebhaften Jazzcafés mit live Musik einen gemütlichen Start in den Abend oder ein angenehmes Mittagessen garantieren.

Ein weiteres absolutes Highlight der Stadt ist das sogenannte Zizernakaberd, das Armenische Genozid Denkmal, welches an den Völkermord an den Armenier erinnern soll. Gelegen auf einem der höchsten Hügel der Stadt lodert das immer brennende Feuer, welches zusammen mit dem herumliegenden Kegel aus massivem Stein, eine sehr kraftvolle Nachricht sendet. Jährlich pilgern hunderttausende Armenier zu diesem Völkermordmahnmal. Nicht nur beherbergt die Konstruktion selber viele Emotionen, die bewegten Besucher und die unfassbar traurige Geschichte des ganzen Landes, sind speziell an diesem Ort etwas ganz Besonderes.

 

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Das Genozid-Mahnmal

Wenn man einen nicht allzu heißen Tag erwischen kann, lohnt sich auch das Besuchen der Überreste der antiken Festung Erebuni. Wenn möglich, sollte man früh am Morgen gehen, da es zwischen den Ruinen selber keinen Schatten gibt und die armenische Sonne erbarmungslos ist.

 

Wenn man mehrere Tage in Jerewan bleibt, lohnt es sich auch die Umgebung anzugucken.Der Tempel Garni und der Sewansee bieten eine hervorragende Abwechslung zur Stadt und sind prima mit einem Taxi von der Hauptstadt aus zu erreichen. Am beeindruckenden ist der Tempel Garni beim Sonnenuntergang, wenn die das leicht gedimmte Sonnenlicht die wahre Größe des Tempels und den herumliegenden Canyon zum Vorschein bringt. Am Sewansee kann man sich mit einem Bad erfrischen, alte Kloster erkunden oder mit einem Jetski über den See rasen.
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Wenn nach einem langen Tag außerhalb der Stadt noch Energie über ist, lohnt es sich auch das Nachtleben der Stadt kennenzulernen. Anders als in vielen anderen Städten gibt es eher wenige große Clubs, sondern eher kleine gemütliche Bars und Pubs so wohl wie viele Lokale und Restaurants in denen man die Nacht genießen kann. Meine persönlichen Favoriten waren die Calumet Ethnic Lounge Bar und Cantaloupe wo die Atmosphäre eher entspannt ist. Wer gerne Barspiele spielt, ist beim 26 Irish Pub an der richtigen Adresse. Wer im edlen Ambiente zu live Techno Musik tanzen möchte, sollte ins Basement gehen. In dieser Stadt lässt sich für jeden etwas finden.

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