Sonstiges

Mit dem Rad durch Asien [Teil 6]

Alles fing an mit einer absurden Idee, die das Resultat von zu viel Langeweile und ein paar kalten Bier war. Warum nicht mal ein Land angucken, ohne von Turi-Bussen, Hotels, City-Guides und allem anderen Kommerz abhängig zu sein? Warum nicht einfach mal komplett selber entscheiden was man in einem Land sehen möchte und völlig unabhängig von anderen, seine Ziele und Wege aussuchen?

Genau das dachte ich mir auch und habe angefangen Lösungen zu finden. Zu Fuß? Zu langsam – eigenes Auto? Zu teuer – Trampen? Zu abhängig – Fahrrad? Perfekt!

Um auf dem Laufenden zu sein, empfehle ich die vorherigen Teile gelesen zu haben.

400km durch den Süden Thailands

Nach ca. einstündiger Fährfahrt zum südlichsten Pier von Thailand begannen 4 Tage auf dem Rad, die es in sich hatten. Da am 4. Tag das thailändische Neujahr „Songkran“ gefeiert wurde, war das Ziel am 4. Tag schon vormittags in der Hafenstadt Surat Thani anzukommen, wo wir die Feierlichkeiten genießen wollten. Da wir zu diesem Zeitpunkt aber erst einen Monat unterwegs waren und wir die Woche zuvor kaum mit dem Rad unterwegs waren, haben wir schnell gemerkt, dass wir uns zu viel vorgenommen haben. Unglücklicherweise haben wir uns eine Route entlang der größten Autobahn der Region ausgewählt und das Wetter war sehr kontraproduktiv für körperliche Höchstleistungen.

Von dem Zeitpunkt an wo wir Thailand betreten haben, bis wenige Tage vor dem Verlassen von Thailand ca. einen Monat später, ist nicht ein Tropfen Regen gefallen und es war so heiß, dass der Asphalt unter unseren Reifen geschmolzen ist und wir unsere Reifenspuren sehen konnten. Diese Hitze hat neben unserer Motivation auch gleichzeitig unsere Ersatzreifen genommen, da unsere Schläuche nicht für 80°C warmen Asphalt ausgelegt waren. Der Staub von der Autobahn hat die Fahrt noch zusätzlich unangenehm gemacht und unsere Wasserflaschen haben sich wenige Minuten nach dem Auffüllen so sehr erwärmt, dass man sie zum Tee kochen nutzen könnte. Das Innere unserer Fahrradtaschen hat sich so sehr erwärmt, dass alle Vorräte dahin waren und unsere elektronischen Gadgets wie das GPS, unsere Kamera und die Handys haben sich durch die Hitze innerhalb von 1-2 Stunden entladen. Da wir den Zeitdruck hatten, hatten wir leider auch nicht die Möglichkeit die nahegelegenen Nationalparks anzugucken.

Die Nächte bei den Locals

Neben all diesen Unannehmlichkeiten gab es natürlich aber auch schöne Momente auf dem Abschnitt. Da die Region unberührt von Touristen ist, gibt es kaum Hotels oder Hostels weswegen wir kreativ werden mussten, um einen Schlafplatz zu finden. Wie in Malaysia schon ausprobiert, haben wir versucht im Garten der Einheimischen zu campen und hoffen, dass sie uns vielleicht sogar einen Schlafplatz im Haus anbieten. Nach einigen Absagen haben wir auch jeden Abend Glück gehabt und immer ein Dach über dem Kopf gehabt. Am 2. Abend haben wir sogar ein eigenes kleines Haus bekommen. In der Nähe der Autobahn haben wir eine Familie angesprochen, die abends im Garten saß und gefragt, ob wir bei Ihnen im Garten übernachten können. Anschließend haben sie ihre Freunde angerufen welche eine Art Internat besitzen, wo die Schüler Englisch lernen können.

Wir wurden von Mitarbeitern der Sprachschule abgeholt und da die Besitzerin der Sprachschule zurzeit nicht vor Ort war, durften wir in Ihrer Hütte übernachten. Wer die Sprachschule gerne kennenlernen möchte, kann dies gerne auf Facebook machen (Phi Phi International Community Centre (PICC)).

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Die Besitzer sind immer auf der Suche nach Freiwilligen die dabei helfen, den Schülern Englisch beizubringen. In den darauffolgenden Nächten haben wir bei einheimischen Familien geschlafen die Pritschen auf der Terrasse stehen hatten. Eine der Familien hatte einen kleinen Laden auf dem Hof von wo aus Lebensmittel und gebastelte Holzfigürchen verkauft wurde. Als wir am Morgen weiterfahren wollten, habe sie unsere Fahrradtaschen mit Tütenkaffe und allerlei Leckereien aufgefüllt. Solch eine Gastfreundlichkeit spiegelt die komplette Erfahrung im Süden Thailands wider, besonders wenn man bedenkt, dass wir nicht ein Wort mit der Familie wechseln konnten da keiner von Ihnen Englisch gesprochen hat!

Zu den Vorherigen Teilen:

Teil eins

Teil zwei

Teil drei

Teil vier

Teil fünf

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