Innovation

Co-Pilot – Die Kraft des Zeitdrucks

 

Ich persönlich bin ein großer Fan von Projektarbeit außerhalb von Schule, Uni und Arbeit. Das bisher sowohl physisch, psychisch überwältigenste aber aus auszahlendste Projekt, welches ich erfolgreich abgeschlossen habe, war das sogenannte “Co-Pilot Projekt” im Winter 2016/2017. Das Event war so aufgebaut, dass aus eine Gruppe Bewerbern, ein Team zusammengestellt wurde, welches aus komplett verschiedenen akademischen Hintergründen, aus verschiedenen Ländern und mit komplett verschiedenen Persönlichkeiten besteht. Das Co-Pilot Projekt geht darum, das ein Team aus Studenten an einem Problem arbeitet, welches im Vorfeld von einer Firma eingereicht wurde und von einer Jury speziell für dieses Event ausgewählt wurde. Dabei geht es nicht um Geld oder ums gewinnen, sondern ausschließlich darum, an Erfahrung zu gewinnen und sich zu involvieren.

Im Vorfeld des Projektes haben alle Teilnehmer einen professionellen Persönlichkeitstest online abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden anschließend an den zwei Vorbereitungstagen präsentiert und ausgewertet. Ein Team aus Pädagogen hat anschließend das Team, über die die verschiedenen Verhaltensmuster die durch den Test ans Licht geraten sind, ausgewertet und intensivst mit allen Teilnehmern darüber diskutiert, wie man mit jeder Persönlichkeit umgeht. Anschließend wurden die Teilnehmer dazu gerächt, ihr komplettes Leben mit allen Hochs und Tiefs, in Form einer Landkarte darzustellen, was alle Teilnehmer in extrem kurzer Zeit unglaublich zusammengeschlossen hat und eine Atmosphäre geschaffen hat, die man kein zweites Mal miterleben kann.

Nach weiteren Teambuilding-Maßnahmen wurde das Problem vom Vorsitzenden der Firma, um die es geht, vorgestellt und dem Team wurde eine Tag zuhause zur Vorbereiten zur Verfügung gestellt, ohne die exakte Problemstellung zu kennen. Am dritten Tag begann schließlich das eigentliche Projekt. Am Morgen hat sich das Team im Büro der teilnehmenden Firma getroffen und eine Einleitung zur detaillierten Problemstellung bekommen, welche in den kommenden 48 Stunden bearbeitet und Best möglichst gelöst werden soll. Alle wichtigen Personen innerhalb der Firma, welche als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, haben sich vorgestellt und wir haben einen Einblick in die finanzielle Situation der Firma bekommen, um uneingeschränkt Lösungswege entwickeln zu können.

 

Ab dem Zeitpunkt wo die Vorstellung der Mitarbeiter abgeschlossen war, begann die 48-Stunden Arbeitsphase. Von Beginn an sind die verschiedenen Persönlichkeiten aneinandergeraten, durch das präzise Training im Vorfeld, war dies aber kein Problem, da jeder damit umzugehen wusste. Bei einem extrem strickten Zeitlimit ist Struktur und Ordnung der wahrscheinlich wichtigste Aspekt, an denen es zu denken gilt. Bevor wir mit dem ersten Brainstorming begonnen haben, haben wir mehrere Stunden in das pure Verstehen der Problemstellung und der Situation gesteckt, was zu einer Umformulierung der Fragestellung geführt hat. Anschließend wurde der erste 10 Stunden Plan aufgestellt, welche den Beginn des Projektes angemessen strukturiert ablaufen lassen hat. Obwohl uns eine Zeitspanne von 48 Stunden zur Verfügung stand, haben wir ausschließlich 15 Minuten in das Brainstorming gesteckt und anschließend mehrere Stunden in das auswerten, bewerten und aussortieren der Ideen gesteckt, was uns noch am ersten Tag mit einer Kernauswahl an zu verändernden Themen gelassen hat. Die restlichen Stunden bis Mitternacht wurden damit verbracht, diese Ideen mit den Meinungen verschiedener Mitarbeiter und Kunden der Firma abzugleichen, um zu garantieren, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

 

Die kommenden 24 Stunden, bis zur nächsten Mitternacht wurden mit der Ausarbeitung dieser Ideen in Form von detaillierterem Brainstorming, recherchieren der Fakten und Theorien die Hinter den Ideen stecken und zusätzlichen Umfragen verbracht, während konstant der aktuelle Stand des Projektes in einem Rapport niedergeschrieben wurde und die Leitung des Unternehmens auf dem Laufenden gehalten werden sollte. Am letzten Tag wurde die Präsentation für 10:00 morgens angesetzt, was uns nach 37 Stunden Arbeit noch 10 Stunden für die Vorbereitung der Präsentation übriggelassen hat. Da ein Großteil des Teams durch die massive Anstrengung durch kontinuierliche Arbeit zu diesem Zeitpunkt ihr physisches Limit erreicht hat, wurde in dieser Nacht auch ein wenig geschlafen. Nichtsdestotrotz war die anschließende Präsentation ein voller Erfolg und die Experten Audienz hat ein überwiegend positives Feedback zu unseren ausgearbeiteten Konzepten gegeben.

 

Drei Monate nach dem Abschluss des Projektes haben sich alle Teilnehmer, so wohl wie die Organisatoren und die Leitung des Unternehmens nochmals getroffen und über den Erfolg oder Misserfolg und den Status der Implementierungen der Ideen diskutiert. Das Resultat war, das alle vorgeschlagenen Ideen auf ein sehr positives Feedback bei den Mitarbeitern des Unternehmens gestoßen sind und auch ein Großteil der Ideen bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Die Ergebnisse der Konzepte werden aber erst in der nahen Zukunft erwartet, da die verschiedenen Optimierungen im Dienstleistungssektor erst in einer Pilotphase analysiert werden.

Was hat mir dieses Projekt gebracht?

Oft wurde ich gefragt, ob es all die Anstrengung Wert war, die ich ohne Bezahlung, zusammen mit meinem Team in dieses Projekt gesteckt habe. Das Unternehmen hat definitiv von unserem Einsatz profitiert. Und ich selber? Was habe ich für meine Zeit und meine Energie bekommen? Die Antwort ist einfach und wahrscheinlich länger als erwartet:

 

  1. Einflussreiche Kontakte in der Leitung eines großen Unternehmens
  2. Viele neue Freunde und Kontakte mit einem ähnlichem drang nach Innovation
  3. Neue Techniken zur Ideenfindung und zur Verwertung dieser Ideen mit innovationsfördernden Prozessen
  4. Selbst Reflexion durch den Persönlichkeitstest
  5. Erweiterung meiner physischen und psychischen Grenzen durch Überstrapazierung
  6. Einen wertvollen Eintrag in meinem Lebenslauf und auf LinkedIn
  7. Direkter Einfluss auf ein großes Unternehmen

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