Entomophagie – Die Lösung gegen den Welthunger?

Was ist Entomophagie?

Entomophagie beschreibt letztendlich das Verzehren von Insekten als Teil der täglichen Ernährung. Die ca. 2000 anerkannten essbaren Arten von Insekten beinhalten Grashüpfer, Maden, Ameisen, Larven und Termiten. Durch archäologische Funde, die versteinerten Kot von Menschen in Nord Amerika von vor ca. 30000 Jahren untersucht haben, hat sich herausgestellt, dass Entomophagie schon seit langem in der Ära des Homo Sapiens ein Teil der Ernährung war. Heutzutage wird Entomophagie in der westlichen Gesellschaft als ein Symbol von Schmutzigkeit und „dritte-Welt-Länder“ gewertet, was es definitiv nicht verdient hat. Mit dem wachsenden Hunger nach Fleisch durch den exponentiellen Anstieg der Weltbevölkerung werden die Probleme die mit einer Proteinreichen Ernährung kommen, immer größer und es wird endlich Zeit zu handeln. Da der Körper Proteine für eine Reihe an lebenswichtigen Prozessen benötigt, ist es Zeit die Vorurteile gegenüber Insekten basierter Ernährung abzulegen und sich eine Handvoll Grashüpfer anstatt von einem Steak zu gönnen.

Nahrungs- und Frischwassersicherheit

In Japan, Nigeria, Papua-Neuguinea und Mexiko ist man sich dem Nutzen schon längst bewusst und besondere Arten wie z.B. die Königin eines Termiten-Volks oder Libellen gelten als Delikatesse und erzielen teilweise sogar höhere Preise als Fleisch von Rind oder Huhn. In Europa erregt der Gedanke an den Verzehr von Insekten aber immer noch Ekelgefühle, obwohl es vereinzelnd schon Restaurants gibt die Krabbeltiere mit auf der Speisekarte haben. Einer der Gründe für den Rückgang des Insektenverzehrs in der westlichen Kultur kann sein, dass sich in der modernen Zeit Viehhaltung als deutlich ökonomischer gezeugt hat, da das Fangen von Insekten in der Wildnis deutlich weniger ertragreich ist als das Jagen von Wild. In der heutigen Zeit, mit der Technologie, die uns zur Verfügung steht, ist das Züchten von großen passenden Insekten in großer Menge aber keine Herausforderung mehr. 30% der eisfreien Landfläche wird nicht zur Nahrungsproduktion von Menschen, sondern zur Nahrungsproduktion für unsere Tiere genutzt, was bei Betrachtung wachsenden Weltbevölkerung in naher Zukunft zu massiven Problem führen wird. (Quelle: science.time.com) In Anbetracht der Fakten, dass ein Rind 8kg Futter für den Aufbau von einem Kilogramm Körpermasse benötigt, wohingegen Insekten nur 2kg brauchen, kann bei der Umstellung auf eine Entomophagie-basierte Ernährung rund ein Viertel des Platzbedarfs für die Futtermittelproduktion eingespart werden und z.B. für den Anbau von Nahrung für den Menschen genutzt werden.

Diese Faktoren sind bei der Nutzung von Frischwasser für das Aufziehen von Vieh noch sehr viel drastischer. Um ein einziges Kilo Rindfleisch zu produzieren werden bis zu 15.500 Liter Wasser benötigt wohingegen die Produktion von einem Kilogramm Insektenfleisch ausschließlich einen einzigen Liter Wasser benötigt. Auch wenn in Europa keine Wasserknappheit herrscht, spielt dies für fast alle afrikanischen Länder eine extrem wichtige Rolle. Durch den exzessiven Wasserkonsum von Europäern kann dies in der nahen Zukunft aber auch von Bedeutung sein. (Quelle: Insekten-essen.info).

Auswirung auf das Klima

Durch die Nahrungsmittelproduktion für die Viehzucht werden riesige Areale mit tropischem Regenwald in Südamerika abgeholzt, um den Sojabohnenbedarf zu stillen. Nicht nur setzt die Brandrodung von Regenwald enorme Massen an Treibhausgasen frei, die Ausscheidungen von Rind und Schwein verschlechtern die Klimabilanz der Fleischproduktion nochmal zusätzlich. Insekten Produktion auf der anderen Seite benötigt deutlich weniger Platz und die Insekten selber setzen nur ca. 1/100 der Treibhausgase von Rind frei.

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